Vergleich: Bankkredit & P2P-Kredit

Bankkredit vs. P2P-KreditDie Aufnahme eines Bankkredites ist das leihen von Geld von einem Kreditinstitut. Das muss nach dem KWG, dem Kreditwesengesetz als Universal- beziehungsweise Vollbank die Befugnis dazu haben, um als gewerbliches Unternehmen Kredite vergeben zu können. Die Kreditinstitute gliedern sich in die Filialbanken und Sparkassen mit ihrem regionalen oder bundesweiten Filialnetz, in die Direktbanken sowie in die Onlinebanken. In der heutigen Zeit ist der P2P-Kredit eine Alternative zu dem Bankkredit. P2P steht für Peer to Peer, zu Deutsch von Privat zu Privat. Der P2P-Kredit ist ein Privatkredit, der von privaten Geldanlegern an private Kreditsuchende vergeben wird. Angeboten wird er auf eigenen Onlineplattformen im Internet. Durch das direkte Miteinander zwischen privatem Kreditgeber und dem Kreditnehmer ist das gesamte Antragsverfahren, bis hin zur Kreditauszahlung, im Vergleich zu den Kreditinstituten deutlich einfacher und insgesamt schneller.

>>Eine ausführliche Beschreibung eines P2P-Kredits finden Sie hier<<

Bankkredit – das Antragsverfahren

Das Antragsverfahren für einen Bankkredit ist in seiner Grundstruktur bei allen Banken weitgehend dasselbe. Dennoch unterscheiden sich die Angebote teilweise recht deutlich voneinander. Ein Hauptgrund dafür ist die Bonitätsbewertung des Antragstellers. Sie ist das Ergebnis der Beurteilung darüber, wie zuverlässig der Kreditsuchende den Bankkredit zurückzahlen kann und wird. Diese Einschätzung des Kreditinstitutes hat auch einen direkten Einfluss auf den Effektivzins, das heißt auf die Kreditzinsen. Bis auf einige Onlinebanken sind alle anderen Banken ein Geschäftspartner der privaten Wirtschaftsauskunftei SCHUFA. Der Antragsteller ist gehalten, seine Zustimmung dazu zu geben, dass die SCHUFA-Datenbank eingesehen wird. Die dortigen Eintragungen werden rechnerisch zu einem Score, dem SCHUFA-Score zusammengefasst. Der ist eine der besonders wichtigen Grundlagen für die Bonitätsprüfung. Je höher der Prozentsatz ist, umso besser ist der Score. Ein mittlerer oder niedriger Score-Wert mindert die Bonität, was zur Ablehnung des Kreditantrages führen kann. Auch Laufzeit und Zinsen werden von der Bonität bestimmt.
Auch bei einem P2P-Kredit zieht der P2P Anbieter meist die SCHUFA Auskunft des potentiellen Kreditnehmers, bevor ein Kredit gewährt wird. Allerdings liegt hier meist die Untergrenze niedriger, da P2P Anbieter oft noch viele weitere Bonitätsfaktoren in die Bewertung mit einbeziehen. Außerdem entscheiden dort im Endeffekt die Anleger, welche Privatperson einen Kredit erhält und welche keine Finanzierung erhalten soll. Der Kreditnehmer hat also durch seine Projektbeschreibung einen großen Einfluss auf die Erfolgswahrscheinlichkeit seines Kredits; bei der Bank entscheiden lediglich die SCHUFA-Daten.

Zu den Voraussetzungen für eine Kreditaufnahme bei der Bank gehören in aller Regel:

• die uneingeschränkte Geschäftsfähigkeit
• ein fester Wohnsitz in Deutschland
• das ausreichend hohe Arbeitseinkommen oberhalb der Pfändungsfreigrenze
• der gesicherte Arbeitsplatz, vorzugsweise in einem unbefristeten Arbeitsverhältnis
• das schon vorhandene Girokonto bei einer deutschen Bank oder Sparkasse
• die ausreichend gute Bonität

Auch P2P Anbieter fordern Dinge wie einen festen Wohnsitz in Deutschland und eine gewisse Bonität; andere Merkmale werden weniger streng verlangt. Dies ist von Anbieter zu Anbieter unterschiedlich.

Wo erhält man einen Bankkredit?

Bei den Filialunternehmen wird der Bankkredit im Kundencenter oder beim persönlich bekannten Kundenberater beantragt. Direktbanken und Onlinebanken bieten die Möglichkeit an, den Kredit online im Internet zu beantragen. Die weitere Korrespondenz erfolgt ebenfalls überwiegend online. Zur Legitimation des Antragstellers kopiert der Kundenberater dessen Personalausweise. Das wird bei einem Onlineantrag eines P2P Kredits durch das PostIdent- oder durch ein OnlineIdent-Verfahren ersetzt; das OnlineIdent-Verfahren kann bequem innerhalb von wenigen Minuten vor dem Computer ausgefüllt werden. Der Kreditsuchende muss auf jeden Fall seine Identität nachweisen, egal, wo er seinen Kredit aufnehmen möchte, um Betrug zu vermeiden.

Die Kreditanbieter unterscheiden in den bonitätsunabhängigen sowie in den bonitätsabhängigen Kredit. Beide Kreditformen werden grundsätzlich als Ratenkredit angeboten. Der bonitätsabhängige Zinssatz richtet sich individuell nach der Bonität eines jeden Antragstellers. Das Gegenteil dazu ist der bonitätsunabhängige Zinssatz. Das Zinsangebot gilt für alle Antragsteller gleichermaßen, unabhängig von ihrer letztendlichen Bonität; allerdings sind solche sogenannte „Festzinskredite“ eher die Ausnahme und führen oft dazu, dass ein höherer Zinssatz gezahlt wird, als bei einem bonitätsabhängigen Kredit.

Nach der Bewilligung

Die Bearbeitungsdauer eines Bankkredites reicht von zwei oder drei Werktagen bis hin zu zwei Wochen. Der Kreditsuchende kann das Verfahren dadurch beschleunigen, dass er die notwendigen Unterlagen und Informationen möglichst schnell beibringt. Hier zählt buchstäblich jeder Bankarbeitstag. Die Kreditauszahlung erfolgt bei allen Kreditinstituten per Onlinebanking. Dadurch wird der bewilligte Kredit meist am darauffolgenden Tage dem Empfängerkonto gutgeschrieben.
Beantragt man einen P2P-Kredit, wird dieser ausgezahlt, sobald er von den Anlegern vollfinanziert wurde. Dazu hat ein Projekt in der Regel 2-4 Wochen Zeit. Meist werden Kredite allerdings schon nach wenigen Tagen vergeben oder, bei sehr guter Bonität, in Form eines Sofortkredits.