P2P Mikrokredit

ein P2P Mikrokredit kann Gründern helfenAls Mikrokredit wird ein Kleinstkredit bezeichnet, welcher meist der Unterstützung Kleingewerbetreibender in Entwicklungsländern dient. Mikrokredite werden überwiegend von darauf spezialisierten Organisationen vergeben. Sie sollen die Entwicklung nachhaltig fördern und Kreditnehmern zur Selbständigkeit und damit zu einem höheren Lebensstandard verhelfen. Es werden bestehende Unternehmen oder der Aufbau neuer gefördert.
Auch in Deutschland werden mittlerweile Mikrokredite aus dem Mikrokreditfonds Deutschland vergeben. Sie dienen ebenfalls der Unterstützung von Kleinstunternehmern und Gründern.

Kapitalgeber Mikrokredite

Kapitalgeber von Mikrokrediten sind meist internationale Banken oder nichtstaatliche Organisationen (NGOs). Außerdem erfolgen Kreditzahlungen auch aus staatlicher Entwicklungshilfe. Handelt es sich bei den Geldgebern um Privatpersonen (Microlender), wird ein P2P Mikrokredit vergeben. Privatpersonen vergeben die P2P Mikrokredite allerdings meist über eine Entwicklungshilfe-Plattform, welche dann die durch Geld aus Spenden finanzierten Kredite selbst verwaltet.
Es gibt mittlerweile auch Crowdfunding und Crowdlending Websites, die sich auf die Vergabe von kleinen Darlehen an Kreditnehmer in Entwicklungsländern spezialisiert haben. Hier können Anleger selbst entscheiden, welches Projekt sie unterstützen wollen und erhalten regelmäßige Updates zu ihren

Vorteile von Mikrokrediten

Kreditnehmer

Es gibt unterschiedliche Arten von Mikrokrediten. So vergeben einige Organisationen lediglich Kredite an Frauen, um diese zu stärken und unabhängiger zu machen. Außerdem gelten Frauen meist als zuverlässiger als männliche Kreditnehmer. Teilweise wird auch nur ein Mikrokredit gewährt, wenn das Geschäftsmodell bzw. ein Businessplan zuvor geprüft wurde; vergleichbar mit der Vergabe bei der Bank. Die Laufzeit des Kredits variiert, einige Darlehen laufen nur ein paar Monate, während andere Jahre laufen.
Der Zweck eines Mikrokredits ist die Förderung der Selbständigkeit der Kreditnehmer. Ihnen ist es unmöglich, einen Kredit mit fairen Konditionen bei einer Bank zu erhalten. Häufig können sie keinerlei Sicherheiten bieten und sind völlig mittellos. Daher werden Kredite bei „Kredithaien“ aufgenommen; diese sind allerdings mit äußerst hohen Zinsen verbunden. Der Mikrokredit soll eine günstigere, sicherere Variante darstellen.
Durch den Mikrokredit werden Kreditnehmern in Entwicklungsländern kleine Beträge gewährt, um beispielsweise Felder zu bestellen oder eine Viehzucht zu gründen. Dies soll nicht nur dem Mikrokreditnehmer selbst, sondern der gesamten Wirtschaft und Region helfen; durch den neu aufgebauten Betrieb gibt es Arbeitsstellen oder einen leichteren Zugang zu Nahrungsmitteln.

Private Geldgeber – P2P Mikrokredit

Wollen private Geldgeber einen P2P Mikrokredit vergeben, so steht für sie meist die Unterstützung der Kreditnehmer in Entwicklungs- und Schwellenländern im Vordergrund. Viele Organisationen bieten einen Informationsaustausch an, um Anleger über Erfolge auf dem Laufenden zu halten. Dies kann in Form eines Blogs oder teilweise auch durch Briefverkehr zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber selbst erfolgen. So kann der Geldgeber selbst nachverfolgen, ob seine Finanzierung erfolgreich war.
Natürlich zahlen auch Kreditnehmer von P2P Mikrokrediten monatliche Rückzahlungsraten, sodass Geldgeber ihre Anlage zurückerhalten. Durch die Zinsen können Anleger sogar eine Rendite erzielen. Meist erfolgt die Anlage jedoch über Plattformen der Organisationen; Anleger investieren nur indirekt und nicht gezielt in selbst ausgesuchte Projekte. Das heißt, dass die Organisation selbst den Kredit vergibt und geeignete Kreditnehmer auswählt. In diesem Fall finanzieren Spenden häufig den P2P Mikrokredit, sodass Geldgeber im Gegensatz zur Anlage in Privatkredite kein Geld zurückerhalten. Die Rückzahlung in Form von Raten durch den Kreditnehmer wird dann in weitere Mikrokredite oder Entwicklungshilfe investiert.

Mikrokredite: Kritik

Obwohl Mikrokredite und P2P Mikrokredite günstige Konditionen bieten sollen, werden im Durchschnitt Zinsen über 35 % verlangt. Teilweise zahlen Kreditnehmer sogar bis zu 70 %. Diese hohen Zinsen sind für Kreditnehmer aus Entwicklungs- und Schwellenländern kaum tragbar; Experten warnen bereits vor der Gefahr der Entstehung einer weiteren Finanzblase. Die extrem hohen Zinsen stammen meist von Banken der Entwicklungsländer selbst. Begründet werden sie mit den organisatorischen Bedingungen, welche bei Mikrokrediten sehr viel komplizierter sind als bei gewöhnlichen Krediten. Eine Gründung und somit finanzielle Unabhängigkeit kann so allerdings kaum erreicht werden. Existenzgründer scheitern häufig dabei, ihr Mikrodarlehen zurückzuzahlen.
Microlender aus Entwicklungshilfen bieten jedoch in der Regel Zinsen und Kreditbedingungen an, welche erheblich günstiger sind. Hierbei handelt es sich um eine tatsächliche Förderung. Auch P2P Mikrokredite bieten für den Kreditnehmer faire Konditionen.
Mikrokredite gerieten in die Kritik, da sie ein Maß an Selbständigkeit voraussetzen, welches nicht jeder Kreditnehmer erfüllt. Einige entwicklungspolitische Organisationen prüfen Kreditnehmer und deren Vorhaben nach der Antragstellung kaum, sodass nicht klar ist, ob von dem geliehenen Geld überhaupt ein eigenes Unternehmen aufgebaut werden kann. Auch fehlt bei einigen Geldgebern die Beratung und Hilfestellung für den unerfahrenen Kreditnehmer, sodass dieser ohne weitere Informationen und Vorkenntnisse ein eigenes Unternehmen gründen soll.