Was ist die Schufa?

Was ist Schufa?Die Schufa, Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, ist eine private Wirtschaftsauskunftei. Ihren Ursprung hat die heutige Schufa in den 1920er Jahren. Die BEWAG, Berliner Städtische Elektrizitäts-Aktiengesellschaft, gründete damals die Schutzgemeinschaft für Absatzfinanzierung in Berlin. In den 1930er Jahren wurden daraufhin deutschlandweit mehr als ein Dutzend weitere Schufa-Gesellschaften gegründet. In den 1950er Jahren gründeten die Regionalgesellschaften eine sogenannte Bundes-Schufa in der Rechtsform des eingetragenen Vereins. Im Jahre 2000 erfolgte die Umwandlung in die heutige Rechtsform einer Aktiengesellschaft. Sie hat den Zweck, Vertragspartner mit Informationen über die Kreditwürdigkeit von Personen zu versorgen.

Wer nutzt die Schufa Auskunft?

Zu den Aktionären und Geschäftspartnern der Schufa gehören vorwiegend Banken und Sparkassen, Leasinggesellschaften, Autobanken, Handelsunternehmen wie Versandhändler und Onlineshops, Mobilfunkanbieter sowie andere Unternehmen aus Handel und Dienstleistung.
Sie alle möchten möglichst detailliert über die Bonität (Kreditwürdigkeit) ihrer Kunden, also des Bürgers als Verbraucher, informiert sein. Zu diesem Zweck sind sie alle Vertragspartner der Schufa, sodass sie deren gespeicherten Informationen nutzen dürfen. Hierzu muss der Verbraucher, also der Kunde bestätigen, dass sein Schufa Score eingesehen werden darf. Auf Basis dieser Scores wird dann ein Vertrag abgeschlossen oder abgelehnt.
Auch bei

Wie kommt der Schufa-Score zustande?

Die Kontaktdaten jedes Verbrauchers werden gespeichert, sobald sie der Schufa bekannt sind. Dazu gehören Zu-, Vor- und Geburtsname, Geburtsdatum und Geburtsort, das Geschlecht sowie die Staatsangehörigkeit. Hinzu kommen die aktuelle Wohnanschrift sowie frühere Wohnsitze mit ihren Anschriften. Ergänzend zu den Informationen, die von den Aktionären und Geschäftspartnern geliefert werden, sammelt die Schufa selbst auch noch personenbezogene Informationen aus öffentlich zugänglichen Verzeichnissen und Bekanntmachungen. Beispiele dafür sind eine Privatinsolvenz oder die Abgabe einer Eidesstattlichen Versicherung. Kurz gesagt: Die Schufa sammelt alle relevanten und ihr zugänglichen Informationen, um den Bürger und seine Bonität zu bewerten. Zudem wird jeder Vertrag, den Vertragspartner der Schufa mit einer Person abschließen, in der Datenbank der Schufa registriert. Ob ein Girokonto eröffnet, eine Kreditkarte ausgestellt oder ein Handyvertrag oder Autoleasingvertrag abgeschlossen wird; jeder Vertrag, mit dem eine Person eine Zahlungsverpflichtung mittel- oder langfristig eingeht, wird unter seinem Namen in die Schufa-Datenbank eingetragen. So entsteht über jeden Bundesbürger eine Übersicht darüber, wie viel er monatlich für welche vertraglichen Verpflichtungen aufwenden muss. Probleme bei der Vertragserfüllung werden ebenfalls von der Schufa dokumentiert. In der Regel handelt es sich hierbei um ausbleibende Zahlungen als „Negativmerkmale“, die das Scoring beeinflussen.
Aus all den zusammengetragenen Informationen entsteht der Schufa-Score. Er ist die rechnerische Bewertung aller aktuellen in der Schufa-Datenbank erfassten Einträge. Der Basisscore wird quartalsweise berechnet und in Prozenten ausgedrückt. Je höher der Prozentwert ist, desto höherwertiger der Score-Wert und somit auch die Bonität des Betroffenen. Der hat keinen Einfluss darauf, wie der Score berechnet wird. Dass er auch keinen Anspruch darauf hat, Näheres über die Berechnungsgrundlagen der Score zu erfahren, hat der Bundesgerichtshof BGH in einem Urteil entschieden. Der Bürger muss mit der Score leben, den die Schufa vorgibt.

Was kann man gegen seinen Schufa Score tun?

Das Schufa Scoring wird vor allem durch die Aufnahme von Krediten beeinflusst. Werden beispielsweise mehrere Kredite aufgenommen oder wird ein Kredit nicht korrekt abbezahlt führt dies zu negativen Eintragungen. Aber auch Merkmale wie häufige Umzüge können den Score verschlechtern. Wie genau die Bewertung erfolgt, ist nicht bekannt.
Um seinen Score zu verbessern, bleiben dem Betroffenen nur wenige Möglichkeiten. Zum einen sollte er darauf achten, dass alle Eintragungen aktuell und richtig sind. Abgelöste Verbindlichkeiten müssen in der Schufa-Datenbank gelöscht werden. Damit das auch tatsächlich geschieht, sollte jede Person von ihrem Recht Gebrauch machen, jährlich eine kostenlose Eigenauskunft zu beantragen. Zum anderen lässt sich der Score auch dadurch steigern, dass der Schufa so wenig wie möglich Informationen über finanzielle Verbindlichkeiten vorliegen. Nur das, was in der Schufa-Datenbank erfasst ist, wird von der Score erfasst. Umgekehrt kann der für die Bonität nichts berechnen und bewerten, was nicht in der Schufa steht. Möglichkeiten dazu ist der Verzicht darauf, Verbindlichkeiten für die Zukunft einzugehen. Da  dies aber nahezu unmöglich erscheint, kann der P2P-Kredit eine Gelegenheit sein, auch bei negativen Schufa Eintragungen einen Kredit gewährt zu bekommen. Hier wird die Bonität der Kreditnehmer meist besser bewertet als bei der Bank. Außerdem sind private Anleger die Geldgeber; es wird also von ihnen entschieden, ob ein Kredit gewährt werden soll.

Dem Verbraucher sollte bewusst sein, dass die Eintragung von Verträgen und dergleichen aufgrund von Datenschutz nur mit seiner Zustimmung möglich ist. Das klingt gut, ist in der Praxis aber kaum zu vermeiden. Erforderlich ist in jedem Einzelfall das Unterzeichnen der Schufa-Klausel. Sie berechtigt das Kreditinstitut oder den Unternehmer dazu, die Schufa einzusehen und den abgeschlossenen Vertrag anschließend in die Schufa-Datenbank eintragen zu lassen. Der Kunde kann sich für oder gegen die Schufa-Klausel entscheiden. Ist er dagegen, dann ist vor Ort das Gespräch beendet, und online sind keine weiteren Eingaben in die Eingabemaske möglich.