Geld anlegen in Zeiten der Niedrigzinsen

Gegenwärtig sind die MöglichkGeld anlegeneiten zum Geld Anlegen durch niedrige Zinsen geprägt. Als Anleger möchte man mindestens die Inflation und die Steuerbelastung durch die Erträge aus der Geldanlage abdecken, denn sonst führt die Geldanlage faktisch zu einer Vermögensreduktion. Doch wie sind die unterschiedlichen Anlageformen (Fonds, Tagesgeld, Festgeld oder Aktien) hinsichtlich ihrer gegenwärtigen Möglichkeiten einzuschätzen?

Die Renditen der Geldanlagen sind in der Krise

Bedingt durch niedrige Zinsen und Angst vor Anlagemöglichkeiten außerhalb des Eurobereichs halten die Deutschen ihr Geld im Inland zurück. Sie möchten angesichts der vergangenen Krisen nicht unbedingt direkt alles Geld ausgeben, sondern sparen und das Geld vermehren; gleichzeitig ist ihnen bekannt, dass Anlagen außerhalb des Eurobereichs durch hohe Währungsrisiken geprägt sind. Richtiges Vertrauen hat man in die europäischen Nachbarn mit Eurowährung allerdings auch nicht, denn in den vergangenen Jahren gab es viele Insolvenzen auch bei europäischen Geldinstituten. Das Beschränken der Geldanlage auf den deutschen Eurobereich hat aber hierzulande zu sehr niedrigen Renditen bei sicheren Anlageformen geführt. Das beliebte Tagesgeldkonto (hohe Flexibilität, kein Kursrisiko) bringt kaum noch ein Prozent Zinsen. Das bedeutet, dass bei einer Inflationsrate von ein bis zwei Prozent und Steuerbelastungen von ca. 30 Prozent des nominalen Zinsertrages diese Geldanlage nicht mehr rentabel ist und sogar zu Verlusten führen kann.

Das Festgeld als Alternative

Bei Festgeld mit sehr langen Laufzeiten sind bessere Renditen zu erwirtschaften. Allerdings müssen die Laufzeiten relativ lange sein, damit man mit seiner Anlage noch Realerträge erwirtschaften kann. Damit steigt aber das Risiko der Geldanlage an, denn niemand weiß wie in vier, fünf oder gar zehn Jahren die Inflationsrate ist. Bei einem Zinsertrag von drei bis vier Prozent braucht also die langfristige Inflationsrate nur auf etwa drei Prozent zu steigen, womit dann die Steuerbelastung aus der Geldanlage dafür sorgt, dass wieder ein realer Vermögensabbau angebahnt wird. Außerdem hat man das Problem, dass eine sehr langfristige Festgeld-Anlage sehr viel Flexibilität raubt. Braucht man überraschend einen Teil des Anlagegeldes für ein neues Auto oder die Sanierung eines Gebäudes, dann führt das Abrufen des Festgeldes zu einer Zinsstrafzahlung. Trotzdem sind Festgeldanlagen interessant, wenn man den Anlagebetrag auf Festgelder in Anlagen mit unterschiedlich langen Laufzeiten aufspaltet: beispielsweise zu gleichen Teilen für ein, zwei, drei, vier und fünf Jahre. Dann kann man nach einem Jahr den freiwerdenden Betrag verwenden oder für einen Anlagezeitraum für fünf Jahre festlegen und hat stets eine gute Flexibilität und insgesamt eine einigermaßen akzeptable Rendite.

Fonds und Aktien bringen mit der Rendite auch das Risiko

Fonds kommen in sehr unterschiedlichen Varianten auf den Markt. Es gibt Fonds, die auf eine Mischung aus Aktien oder eine Mischung aus festverzinsliche Wertpapieren setzen. Manche Fonds kombinieren auch diese Anlagemöglichkeiten oder kaufen auch Wertpapiere wie Optionen oder Indexpapiere, die ein deutlich höheres Risiko haben. Zwar hat der Anleger nicht das Problem, diese Auswahl selbst festzulegen, allerdings hängt der Erfolg des Fonds vom Geschick und Glück der Fondmanager ab und dieses muss nicht immer besonders ausgeprägt sein. Ein direkter Einstieg in Aktien vermeidet diese Problematik, erfordert aber vom Anleger ein paar Grundkenntnisse in den Bewertungsmöglichkeiten. Deutsche Aktien mit Spitzenqualität findet man in den DAX-Portfolios. Sie sind gegenwärtig interessant, weil sie in vielen Fällen eine höhere Rendite durch Dividenden erbringen können, als kurz- bis mittelfristige Anlagen mit festem Zinssatz. Doch hier ist das Kursrisiko noch zu beachten. Viele Experten gehen davon aus, dass das gegenwärtige DAX-Niveau recht hoch liegt. Das schließt aber nicht aus, dass man mit einer gezielten Auswahl von Qualitätspapieren langfristig einen deutlichen Vermögenszuwachs erzielen kann. Eine weitere Alternative ist der P2P-Kreditmarktplatz der mittels dem Crowdlending eine Anlage in Privatkredite anbietet.

Fazit

Es ist gegenwärtig nicht leicht, geschickt sein Geld anzulegen, wenn man Risiken vermeiden und Chancen nutzen will. Deshalb setzen viele Anleger auf eine komplexe Diversifizierungsstrategie. Neben Festgeld mit unterschiedlich langen Laufzeiten legen sie auch Qualitätsaktien und qualitativ gute Fonds in das Depot. Bei den Fonds achten sie auf die langfristige Performance. Für die kurzfristige Flexibilität legen sie auch einen kleinen Teil des Geldvermögens auf ein Tagesgeldkonto, dieses eignet sich, um für kurzfristig benötigtes Geld zu sparen. Anleger sollten zudem verschiedene Geldanlagen und Anbieter vergleichen und sich ein differenziertes Portfolio für ihr Kapital erstellen, um das Risiko zu minimieren und trotzdem eine gute Rendite erzielen zu können.

2 Gedanken zu „Geld anlegen in Zeiten der Niedrigzinsen

  1. Jürgen

    Interessanter Artikel, wobei ich generell wenig Reize in einer Anlage in Europa sehe. Der Artikel über P2P-Kredite gefiel mir im übrigen sehr gut.

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