P2P-Kredit Anleitung: Step by Step zum Wunschkredit

P2P-Kredit AnleitungWer einen Kredit sucht, steht bei der Bank oft vor verschlossener Tür: die Bonität reicht nicht aus, der Businessplan ist nicht schlüssig, Unterlagen fehlen. Ein Peer-to-Peer oder P2P-Kredit bietet eine Alternative: Bei einem solchen Privatkredit schafft der Onlinemarktplatz, der die Kreditvergabe abwickelt, eine direkte Beziehung zwischen dem Kreditnehmer, der seine Projektidee finanzieren möchte und hierfür Geld benötigt, sowie den Anlegern, die ihr Kapital anlegen möchten und nach einer fairen Rendite suchen. Meist wird der Kreditwunsch in Form eines Projekts vorgestellt und auf der P2P-Plattform angeboten, sodass Investoren sich attraktive Projekte aussuchen können, in welche sie investieren möchten. In der Regel finanzieren viele Anleger einen Kredit, indem jeder einen kleinen Teilbetrag trägt. Die Rückzahlung erfolgt dann über die Plattform. Bekannte Plattformen sind beispielsweise smava und auxmoney. International ist Lending Club der erfolgreiche P2P-Kreditmarktplatz.

In der folgenden P2P-Kredit Anleitung wird beschrieben, wie die Kreditabwicklung für Kreditnehmer abläuft und was diese tun können, um ihre Chancen auf einen P2P-Kredit zu erhöhen.

P2P-Kredit: die erste Phase

Zunächst stellt derjenige, der einen P2P-Kredit benötigt, einen Kreditantrag bei einer P2P-Plattform. Hierzu sollte er sich vorher Gedanken machen, wozu er seinen Kredit benötigt und wie viel Geld gebraucht wird. Auch die Laufzeit kann meist frei gewählt werden; eine hohe Laufzeit bietet sich hier für Menschen an, die nur in der Lage sind, kleinere Raten zu zahlen. Die Plattform prüft zwar die Bonität der Kreditnehmer, allerdings fällt diese oft besser aus als erwartet, denn während Banken sich lediglich auf Merkmale wie die SCHUFA verlassen, werden hier auch andere Informationen herangezogen, die in das Scoring mit eingehen. So nutzt die Plattform auxmoney beispielsweise mehrere hundert Bonitätsinformationen und Scorings, wie die CEG-Ampel. Dies dient nicht nur den Anlegern als Entscheidungshilfe, es kann auch zu einer besseren Bonität für den Kreditnehmer und damit zu einem günstigeren Kredit verhelfen. Durch die Bonitätsinformationen wird das Risiko des Kreditnehmers bewertet und damit auch sein zu zahlender Zinssatz festgelegt. Der Kreditnehmer kann an dieser Stelle meist die Konditionen einsehen, zu denen sein Kredit laufen wird: Laufzeit, Zinssatz und die spätere Rückzahlungsrate.
Einige Kreditprojekte werden abgewiesen, wenn sich Kreditnehmer beispielsweise in einem Insolvenzverfahren befinden oder andere sehr negative Merkmale aufweisen. So werden Anleger davor geschützt, ihre Investition an einen nicht kreditwürdigen Initiator zu verlieren.
Wird das Kreditprojekt freigegeben, kann es auf die Plattform gestellt werden. Wichtig ist hier zu beachten, dass das Projekt neben der Bonitätseinstufung die einzige Möglichkeit ist, Anleger zu gewinnen. Eine anschauliche und fehlerfreie Präsentation des Vorhabends ist also ein essenzieller Bestandteil des Kreditantrags. Außerdem können oft monatliche Einnahmen und Ausgaben angegeben werden, sowie einige Sicherheiten wie zum Beispiel ein eigener PKW. Dies kann ebenfalls einige Anleger zur Investition überzeugen. Wenn die Möglichkeit besteht, Bilder und Dateien hochzuladen, sollte sie ebenfalls genutzt werden. Ist das Vorhaben beschrieben, folgt die nächste Phase.

P2P-Kredit: die zweite Phase

Die zweite Phase des P2P-Kredits besteht aus der Zeitperiode, innerhalb welcher das Projekt auf dem Kreditmarktplatz zu sehen ist und finanziert werden kann. Dies sind in der Regel einige Tage bis Wochen. Die meisten Kredite werden allerdings schon nach sehr kurzer Zeit voll finanziert. Ist dies nicht der Fall, sollte auf eventuelle Fragen der Anleger geachtet werden: diese können nämlich bei einigen Plattformen in direkten Kontakt zum Kreditnehmer treten, indem sie mit ihnen chatten. Kommen solche Fragen auf, ist es wichtig diese mit großer Sorgfalt zu beantworten. Ansonsten heißt es in dieser Phase den P2P-Kredits: warten! Und die Geduld nicht verlieren. Selbst wenn das Kreditprojekt nicht finanziert wird, bieten einige Plattformen es Kreditnehmern an, direkt einen neuen Versuch zu starten.

P2P-Kredit: die dritte Phase

Wurde der Kredit von den privaten Anlegern finanziert, kontaktiert die P2P-Plattform den Initiator. Dieser erhält dann den Kreditvertrag, welchen er unterschreiben muss und bekommt seinen P2P-Kredit innerhalb weniger Tage ausgezahlt. Die Auszahlung erfolgt über die Plattform selbst; diese kümmert sich auch darum, dass die Anleger ihren Anteil am Kreditprojekt zahlen. Bei vielen Plattformen kommt erst jetzt eine Gebühr auf, die meist einen geringen Prozentsatz des Kredits beträgt. Die Kosten variieren jedoch teilweise stark: es ist also wichtig, sich darüber zu informieren, bevor der Kredit zustande kommt, um nicht negativ überrascht zu werden.

P2P-Kredit: die vierte Phase

Wurde der P2P-Kredit finanziert und ausgezahlt, muss ab dem nächsten Monat die zuvor vereinbarte Rückzahlung erfolgen. Bei vielen Plattformen beinhalten die meist monatlichen Raten auch gleich die Zinsen für die Geldgeber und die Gebühren an die Plattform. Der Kreditnehmer überweist seine Kreditrate an den P2P-Kreditmarktplatz; dieser zahlt das Geld dann weiter an die Investoren aus. Überweist ein Kreditnehmer seine monatliche Rate mal nicht, wird er meist zunächst zur Zahlung aufgefordert und so daran erinnert, sollte er diese vergessen haben. Erfolgt auf weitere Nachfrage keine Zahlung, wird früher oder später ein Mahnverfahren eingeleitet – eine unangenehme Situation, nicht nur für den Kreditnehmer. Schließlich haben andere Privatpersonen an sein Projekt geglaubt und verlassen sich auf die Rückzahlung. Von daher sollten auch P2P-Kredite nicht völlig kopflos aufgenommen werden: sie müssen wie jeder andere Kredit auch zurückgezahlt werden.