Crowdlending als Alternative zur Bank

Crowdlending
Crowdlending gehört zu den neuen Trends des Internets und beschreibt die Finanzierung eines Projektes durch die Beteiligung mehrerer Unterstützer. Das Wort selbst stammt aus der englischen Sprache und setzt sich aus den Wörtern „crowd“ (die Masse) und „lending“ (das finanzieren/ausleihen) zusammen. Crowdlending, auch bekannt als Massenfinanzierung, Swarmfinanzierung oder Crowdfunding wächst in Deutschland immer weiter und wird mehr und mehr zum alternativen Finanzierungsweg.

Die Grundidee vom Lending

Die Idee baut im Grunde immer auf die Beziehung dreier Parteien: Dem Kreditbedürftigten (Kreditnehmer), dem Kreditgeber (Anleger) und dem Umsetzer (Supporter).

Ein typisches Szenario: Der Kreditnehmer, beispielsweise ein Startup-Unternehmen, benötigt zum Start eines Projektes Geld. Er stellt sich deswegen der Crowdlending-Community vor, dort kann er sein Geld schnell und unkompliziert erhalten. Anders als Banken verfolgen nämlich die privaten Anleger andere Finanzierungskriterien, sodass tendenziell die Kreditchancen höher ausfallen. Basis dafür ist eine Lending-Plattform, in Deutschland am bekanntesten sind derzeit auxmoney, Smava und Lendico.

Generell unterscheidet man zwischen zwei Arten: dem Crowdlending und dem Crowdfunding – Plattformen mit und ohne Gewinnbeteiligung. Auf einem P2P-Kreditmarktplatz ohne Gewinnbeteiligung (Crowdfunding), überzeugt der Initiator die Investoren für sein Projekt zu finanzieren. In den häufigsten Fällen belohnt dieser seine Spender mit kleinen Goody’s oder verbesserten Konditionen seiner Angebote.

Die andere Variante namens Crowdlending ist eine Finanzierung mit Gewinnbeteiligung. Der Interessent beteiligt sich am Vorhaben mit dem Unterschied, dass er im Gegenzug eine Rückzahlung in Form einer Rendite erhält. Ein gängiges Beispiel wäre hier die Peer-to-Peer Kreditvergabe, die anderen Privatpersonen finanzielle Mittel zur Verfügung stellt. Marktführer im Crowd-Sektor ist derzeitig auxmoney, mit einem finanzierten Kreditvolumen von 100.000.000 Millionen Euro.

Das Crowdlending-Rollenmodell

Der Umsetzer wäre zum Beispiel eine Einrichtung, Organisation oder ein Unternehmen. Dessen Funktion ist es den reibungslosen Ablauf zu garantieren. Im deutschen Sektor wären das z.B. Lendico oder auxmoney. Der Schwerpunkt von auxmoney und anderen Plattformen liegt in der Peer-to-Peer Kreditvergabe und vermitteln den Kredit von Privat. Sie stellen die Instrumente, wie Präsentationsflächen, zur Einrichtung der Projekte zur Verfügung und sind die Schnittstelle zwischen Anleger, Kreditnehmer und den Banken.

Die Frage wo und wann Gebühren anfallen ist Abhängig vom Konzept. Ein gutes Beispiel ist hier der Ebay-Crowdlending-Vergleich.

Stellt ein Händler seine Ware auf die Seite von Ebay, muss er unabhängig ob die Ware erfolgreich verkauft wurde für das mieten seiner Verkaufsfläche zahlen. Anders als bei Ebay, fordert eine Crowdlending Plattform dies nicht. Erst bei einer erfolgreichen Transaktion eines Kredites fallen Kosten an. Gerade das macht den Reiz aus und den Crowdgedanken zur alternativen Finanzierung.

Weitere interessante Modelle zum Crowdlending:

  • Crowdinvesting: Der Anleger wird durch eine Investition stiller Anteilshaber des Projektes
  • Crowdsourcing: Das Auslagern von Prozessen an die Crowd, bspw. für ein Brainstorming neuer Produkte oder einer Marktanalyse.

Die Crowdlending Vorteile:

  • Keine Grenzen der Finanzierung
  • Höhere Realisierungswahrscheinlichkeit, besonders für ungewöhnliche und kreative Projekte
  • Wenige Verbindlichkeiten im Vergleich zu gewöhnlichen Finanzierungsmodellen von Banken
  • Ermöglicht unkompliziertes Werben

Die Crowdlending Nachteile:

  • Missbrauchsgefahr
  • geistiges Eigentum ist nicht geschützt
  • Unrealistische Vorgaben gefährden die Projektumsetzung
  • Kann viel Überzeugungsarbeit einfordern

Was ist Crowdfunding?

In Deutschland wird das Crowdfunding vor allem der kreativen Szene zugeordnet. Denn der größte Anteil der selbstständigen Künstler kämpft mit finanziellen Engpässen. Herkömmliche Investoren bieten im seltensten Fall die Lösung, zumal diese keinen Profit in Investition sehen. Das Crowdfunding bietet hier die passende Alternative und erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass durch die Masse (Crowd) ein größeres Umfeld an Investoren gefunden wird.

Bekanntermaßen konnten so in der Vergangenheit kleinere Film-, Buch- und Tonprojekte in Deutschland realisiert werden. Ein bereits genanntes Beispiel war die Filmumsetzung „Stromberg“, produziert von der Brainpool GmbH aus Köln.

Was im englischsprachigen Raum als gängige Methode anerkannt ist, existiert in Deutschland nur zerstreut auf kleineren Plattformen und die richtet sich meistens nur auf die regionale Umgebung. Der Prozess einer bundesweiten /internationalen Plattform aus Deutschland, bedarf demnach noch Zeit und weitere Erfahrung. Die Tendenzen jedoch zeigen, dass das deutsche Crowdfunding sich richtige Richtung bewegt.

Anders ist das Crowdinvesting, es bietet Selbstständige die Möglichkeit Investoren für Start-up-Ideen ins Boot zu holen. Plattformen wie der Marktführer auxmoney für Privatkredite, unterstreicht die immer größere Relevanz solcher Methoden.

Filmproduktion von „Stromberg“.

Auch in Deutschland ist die neue Idee des Geldleihens angekommen, beispielsweise durch das erfolgreiche finanzieren des Stromberg Films und vielen weiteren Projekten. Das Beispiel des Stromberg Films zeigt bereits, dass das Potential des Crowdfundings immens ist. Innerhalb einer Woche, mit einer Spende von 1.000.000 Euro, wurde hier der gesamte Film finanziert.