P2P Risiken: die Kehrseite des lukrativen Anlagegeschäfts

P2P RisikenDie Investition in Privatkredite kann sich für den Anleger als deutlich lukrativer erweisen als die klassische Geldanlage über die Bank. Ein Tagesgeldkonto wirft keine hohen Zinsen ab. Auch der volatile Aktienmarkt ist kein Garant für hohe Gewinne – ganz im Gegenteil. Umso lohnenswerter erscheint das Investment in Privatkredite, das dem Anleger im Vergleich zur herkömmlichen Geldanlage bei der Bank wesentlich höhere Renditen verspricht. Der durchschnittliche Zinssatz bei P2P Krediten liegt bei etwa fünf bis acht Prozent, was ein deutlich höherer Zinssatz im Vergleich zu einem Tagesgeldkonto ist. Dementsprechend hoch können allerdings auch die damit verbundenen P2P Risiken sein, mit denen der Anleger konfrontiert wird, sobald er sich für das Investment in einen P2P Kredit entscheidet.

P2P Risiken: Risikofaktor Anbieter

Eines der P2P Risiken besteht darin, dass der P2P Anbieter, über den der Anleger sein Geld investiert hat, pleitegehen kann. Bei diesen Anbietern handelt es sich um Onlineplattformen, welche die Kreditvergabe von Privatpersonen an Privatpersonen ohne die Zwischenschaltung einer Bank ermöglichen. Allerdings sind P2P Kredite in Deutschland derzeit nicht über die gesetzliche Einlagensicherung abgesichert, wie dies bei Banken der Fall ist. Die P2P Kreditplattformen verfügen über keinen Nutzerschutz. Dies bedeutet: Geht ein P2P Anbieter bankrott, hat der Anleger sein Investment verloren. Um die P2P Kredit Risiken so gering wie möglich zu halten, sollten sich Anleger daher über die verschiedenen Plattformen informieren und sich nur für P2P Anbieter entscheiden, die seriös und bewährt sind.

P2P Risiken: Ausfälle von Krediten

Ein weiterer wichtiger Faktor unter den P2P Risiken ist der mögliche Kreditausfall. Anleger können zwar ihr Anlagerisiko minimieren. Dennoch lässt sich das Risiko eines Kreditausfalls nicht komplett ausschließen, denn es kann immer wieder passieren, dass ein Kreditnehmer seine Raten nicht mehr zurückzahlt. Da P2P Kredite normalerweise nicht abgesichert sind, beispielsweise mit Wertgegenständen, muss der Anleger in diesem Fall den Kreditausfall in Kauf nehmen. Um die P2P Risiken diesbezüglich zu minimieren und sich vor den Folgen von Kreditausfällen zu schützen, sollten die Anleger einige wichtige Punkte beachten:

  • Manche Plattformen, wie zum Beispiel Auxmoney, bieten Projekte mit KFZ Besicherung an. Fällt das Projekt aus, wird das KFZ genutzt, um den Geldgebern ihren Betrag zurückzuzahlen – perfekt für sicherheitsorientierte Anleger
  • Es ist ratsam, mögliche Kreditausfälle von Anfang an mit in die Anlagestrategie einzukalkulieren, auch wenn sie nicht die Regel sind.
  • Der Anleger sollte einen großen Wert auf ein diversifiziertes Anlageportfolio legen und seine Investmentsumme möglichst breit streuen sowie auf mehrere Kreditnehmer aufteilen. Je breiter er investiert, umso geringer ist das Risiko, sollte doch einmal ein Projekt ausfallen.
  • Alternativ besteht auch die Möglichkeit, mehrere Kredite mit einer jeweils geringeren Summe zu vergeben, um das Risiko eines Ausfalls zu minimieren.

P2P Risiken: Schlechte Bonitätsbewertungen der Kreditnehmer

Zudem zählen zu den P2P Risiken schlechte Bonitätsbewertungen der Kreditnehmer durch die P2P Marktplätze. Ähnlich wie bei einer Bank, beschäftigt jeder P2P Kreditmarktplatz Mitarbeiter, welche die Bonität der Kreditnehmer eingehend prüfen. Diese Mitarbeiter werden auch Underwriter genannt. Auf Basis dieser detaillierten Prüfung durch die Underwriter fällt die Entscheidung über die Bonität und den Zinssatz der Kreditnehmer. Bewertet der Anleger eine Kreditanlage, so ist die Bonität des Kreditnehmers mit der wichtigste Anhaltspunkt für seine Entscheidung, in welche Kredite er investieren möchte. In der Regel führen die Onlinemarktplätze diese Bonitätsprüfung gewissenhaft und zuverlässig durch. Allerdings bringt diese Bonitätsprüfung auch Gefahren mit sich, die zwar nur in sehr seltenen Fällen auftreten, aber dennoch vorhanden sind. Es kann passieren, dass sich ein Underwriter bei der Bonitätsbewertung täuscht und einen Kreditnehmer aus Versehen falsch bewertet. Dies kann folgende unerfreuliche Folgen für den Anleger wie auch für den Onlinemarktplatz haben:

  • Eine falsche oder unsachgemäße Bonitätsbewertung von Kreditnehmern kann die Ausfallraten deutlich steigern.
  • Für ein hohes Ausfallrisiko könnte ein zu niedriger Zinssatz festgelegt werden, was wiederum zu einem maßgeblichen Ungleichgewicht zwischen Gewinn und Risiko führt. Der Anleger wäre mit einem Verlust bei seinem Investment konfrontiert.
  • Der Anleger muss sich auf die Bonitätsprüfungen des Kreditmarktplatzes verlassen können. Wird er erst einmal enttäuscht, verliert er das Vertrauen in den Marktplatz und verlässt diesen unter Umständen.

P2P Risiken: Hohe Renditen gehen mit hohen Risiken einher

Die verhältnismäßig hohen Renditen, die P2P Kredite häufig mit sich bringen, bergen auch entsprechend hohe P2P Risiken. Denn je höher die potenzielle Rendite ausfällt, umso höher sind auch die potenziellen Ausfallraten und damit die P2P Risiken, die der Anleger bei seinem Investment bedenken muss. Allerdings kann sich der Anleger bei dem Onlinemarktplatz, über den er investiert, sein Portfolio individuell zusammenstellen und dabei Anlagen wählen, die mit weniger hohem Risiko und dementsprechend niedrigeren Renditen, oder aber mit höheren Renditen und ebenso höherem Risiko einhergehen. Er hat die freie Wahl.

P2P Risiken: Fazit

Generell gilt es beim Investment über P2P Marktplätze, sich der P2P Risiken bewusst zu sein, und diese in die Anlagestrategie von vornherein mit einzukalkulieren. Dann muss der Anleger auch nicht mit bösen Überraschungen rechnen. Der Anleger sollte sich darüber im Klaren sein, dass bei der Geldanlage, ob bei der Bank oder im P2P Bereich, stets gewisse Risiken nicht auszuschließen sind.